Unsere Kindheit am Stimberg

  

Einführung
von Johannes Vonnahme

Johannes Vonnahme erzählt in seinen Beiträgen Erinnerungen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit aus dem Gebiet von Groß-Erkenschwick.

Zu meiner Person

Ich heiße Johannes Vonnahme, und bin am 23. Juli 1936 in Oer-Erkenschwick geboren. Mein Geburtshaus war das Haus meiner Großeltern an der Hohenzollernstr. 6, heute Marktstr. 6. Geburtshelferin war die Hebamme Frau Flöte, auch als Oma Glitsch bekannt. Von ihr bekam ich auch den ersten freundlichen Klaps auf den Po, um mein Stimmorgan zu prüfen. Nach meiner Geburt war ich noch nicht des Lesens und des Schreibens kundig. Somit bestimmten meine Eltern meinen Vornamen und meine Religionszugehörigkeit.

Es gab damals noch keinen Baby-Schautag. Die Tanten kamen unverhofft, ober ost. Sie lobten mich als ein schönes Kind. Diese Schmeichelei konnte ich nicht ertragen. Ich schrie dann so lange, bis die Tanten sich entfernten. Nun hatte ich wieder meine Ruhe. Nach fünfzehn Monaten bekam ich ein Schwesterchen. In den ersten drei Lebenjahren bin ich unter lieber Obhut meiner Eltern aufgewachsen. Alles was in dieser Zeit passierte, erzählten mir meine Eltern in späteren Jahren.

 

Anmerkung
zu meinen Beiträgen: Unsere Kindheit am Stimberg

Ich möchte hiermit noch erwähnen, dass ich während meiner Kindheit und Schulzeit kein Musterknabe war. Auch war ich kein „ Einzelkämpfer ". Darum verwende ich in meinen Ausführungen das persönliche Fürwort der Mehrzahl „ wir ".

Wir, das waren die Nachbarjungen oder die Schulkameraden. Bei Sport, Spiel und anderen Aktivitäten blieben wir Jungen unter uns. Das Spielen mit Mädchen war bei uns verpönt. Keiner von uns wollte als Puppenonkel bezeichnet werden. Wir ahnungslosen Jungen wussten damals noch nicht, dass wir später großen Nachholbedarf bekommen würden.

Johannes Vonnahme
Oldenburg

Im Kindergarten

Im Alter von etwa dreieinhalb Jahren kam ich in den Kindergarten, St. Agnes-Stift. Wir Zwerge freuten uns über das uns angepasste Mobilar. Auch die Garderobenleisten waren in etwa achtzig cm Höhe. Neben den Haken waren Blumen, Bäume und Früchte gemalt. Jeder von uns hatte seinen bestimmten Haken. Wir wurden von einer Schwester und einer Erzieherin betreut. Es wurde gemalt was die Stifte und die Kreide hielten. Wir waren schon kleine Künstler. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. So mancher Dali war dabei. Auch der Gesang kam nicht zu kurz. Es war eine gute Vorbereitung für den später folgenden Schulbesuch.


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