Unsere Kindheit am Stimberg

  

Unsere Spiele damals
von Johannes Vonnahme

Während der Kriegszeit 1939 – 1945 mussten wir uns mit den einfachsten Spielwaren und Spielarten begnügen. Es gab noch kein Fernsehen. Neuere, interessante Spiele wurden uns nicht gezeigt. Immer und überall fehlte es an Waren und an das nötige Kleingeld. Die Nachbarn hatten nichts und wir hatten auch nichts. In unserer Freizeit waren wir aber glücklich bei folgenden Spielen:

Ring treiben:

Eine alte Fahrradfelge war das wichtigste Teil des Spielzeugs. Mit einem Stock von 30 -50 cm Länge wurde der Ring getrieben und gelenkt.

Pitschendopp schlagen;

Hierfür hatten wir einen kleinen Kegel (Kreisel). Der Kegel hatte einige Rillen und am Fuß eine Eisenspitze. Das Ende des Peitschenbandes wurde in die Rillen gelegt. Dann ließen wir den Kegel mit einem Schlag los. Der sich nun bewegende Kreisel wurde immer wieder mit Peitschenhiebe weiter angetrieben.

Auf Stelzen laufen:

Hierzu nahmen wir zwei 2 Meter lange Latten. Unten an den Latten bauten wir Fußstützen in etwa 40 cm Höhe an.

Pinnken kloppen;

Ein kleiner Stock von 12 cm Länge wurde an beiden Enden angespitzt und wurde dann mit einem Knüppel in die Höhe geschlagen. Alle Mitspieler mussten sich nun bemühen, das Pinnken in ein Erdloch von 10 cm zu bugsieren.

Räuber und Gendarm;

Zwei Mannschaften wurden gewählt. Die Räuber versteckten sich. Die Gendarmen mussten die Räuber finden und fangen. Hierzu nahmen wir ein Periskop zur Hilfe. Aus Pappe oder Sperrholz bauten wir einen länglichen Kasten, ohne Deckel und Boden, und setzten oben und unten Spiegel ein. Als Räuber konnten wir dann um Hausecken sehen, ohne gesehen zu werden.

Ich habe nur einige der möglichen Spiele erwähnt, die schon in Vergessenheit geraten sind. Die jüngeren Leser werden diese Spiele wahrscheinlich gar nicht kennen.

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