Unsere Kindheit am Stimberg

  

Wildtauben und lockere Schrauben
von Johannes Vonnahme

Es war einer schöner Tag im Mai. Alex und ich wollten nach dem Essen mit unseren Fahrrädern zum „Klären 's-Busch " fahren. Um ein Uhr starteten wir. Wir bewegten uns auf der Kirchstraße in Richtung An der Aue. Diese Straße überquerten wir. Jetzt war die Kirchstraße nur noch ein Feldweg. Es ging an den Gehöften von Backhaus und Stimberg vorbei.

Nach einer Entfernung von einhundert Metern erreichten wir eine Schutzbrücke. Eine Lorenseilbahn befand sich darüber. Mit Hilfe dieser Seilbahn wurde Kohle oder Koks von der Zeche Ewald Fortsetzung zur Zeche König Ludwig (Suderwich) befördert.

Wir sahen im Trägerwerk der Schutzbrücke ein größeres Nest. An einer Steigleiter kletterten wir nach oben, um uns über den Inhalt des Nestes ein Bild zu machen. Es waren drei junge Wildtauben im Nest.
Plötzlich gab es ein Geschrei. Eine Männerstimme rief. „Kommt sofort herunter, das sind meine Tauben "!
Alex sprang aus einer Höhe von zweieinhalb Metern hinunter, schwang sich auf sein Rad und war weg. Ich war noch auf der Steigleiter, da hatte mich schon einer am Kragen. Es war der Bauer „ Jüppchen Stimberg ". Er schimpfte fürchterlich mit mir. Dann sperrte er mich auf seiner Tenne ein. Er murmelte etwas von Polizei und erst Essen.

Als Arrestant wurde mir die Zeit zu lang. In der Seitentasche meiner Lederhose (Seppelhose) hatte ich einen Mehrzweckschlüssel (Knochen). Auf der Tenne standen ein Pflug und eine Egge. Ich machte mich daran, alle möglichen Schrauben zu lockern. Nach einer Wartezeit von einer Stunde kam Jüppchen aus seiner Wohnung. Er sagte: „So, nun gehen wir zur Polizei "! An der Ecke Agnesstraße ließ er mich aber wieder frei.

Am Abend konnte ich gut einschlafen mit dem Wissen, dass "Jüppchen Stimberg" nun mehr als eine Schraube locker hat.

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