Erinnerungen an die Schulzeit

Jugendwochen in Haus Beck


Auszug aus einem Bericht über die Jugendwoche in „Haus Beck", Januar 1950: 

Die Abschlussklasse der Schule Oer führte vom 16. bis 21. Januar 1950 im „Jugendheim Haus Beck" eine Klassenwoche durch. Es war eine Woche voll fleißigen Schaffens, überstrahlt von Frohsinn und Freude. Die Verpflegung war denkbar gut und reichlich.

Die Mädchen wurden in die Technik des Webens eingeführt, mit dem Erfolg, dass jedes Mädchen einen selbstgewebten Schal mit nach Hause nehmen konnte. Auch die Technik des Flechtens von Bast und Stroh lernten in gleicher Weise die Jungen und Mädchen. Die Jungen wandten sich natürlich den von der Schule aus mehr bevorzugten Arbeiten am Holz zu.

Einen entspannenden Einfluss übten die Volkstänze aus, die wir immer wieder in die Arbeitszeit einflechten konnten. Das gemeinsame Singen stellten wir stark in den Vordergrund. So sangen wir den Morgen an, und der Abend wurde mit Singen beschlossen. Und oft auch wurde bei der Arbeit gesungen, etwas, was wir deutschen Menschen wieder lernen müssen. Der Entspannung dienten auch Kurzwanderungen und stille Lesestunden, für die die Bücherei des Hauses Beck zur Verfügung stand. Nach der Tagesarbeit boten Spiele in gemeinsamer Runde zugleich lehrreiche Unterhaltung.
Am Vorabend der Rückkehr veranstalteten wir eine richtiggehende Ausstellung der geschaffenen Werkstücke. Den Abschlussabend gestalteten wir am Kaminfeuer bei Kakao und Kuchen. Mit Singen, Musizieren, Einzelvorträgen von Lönsliedern und einem „selbstgebauten" Gedicht wurde hier am lodernden Kaminfeuer die Klassengemeinschaft ganz stark gefestigt.  
Immer und immer wieder fanden sich Anknüpfungspunkte, die Kinder auf den Gemeinschaftssinn hinzuweisen, auf Ordnungsliebe, Rücksichtnahme, Verträglichkeit, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit und auf Wohlverhalten bei Tisch.    

Um allen Eltern unserer Schulkinder zu zeigen, was die Schülerschaft in weniger als einer Woche gebastelt hat, veranstalteten wir in unserer Schulwohnstube eine kleine Ausstellung.
Die Klassenwoche im Jugendheim „Haus Beck" war für die Gesamtheit unserer Abschlussklasse ungemein fruchtbar. Ein täglicher Einsatz des Klassenleiters von 15 und mehr Stunden bedeutete letzten Endes nur Freude im Sinne der wachsenden Klassenkameradschaft. Wir alle aber freuten uns auf die nächste Klassenwoche in „Haus Beck".

Diesem Bericht kann der Verfasser dieser  Zeilen, der selber mehrfach an diesen Jugendwochen teilgenommen hat, nichts mehr hinzufügen, mit der Ausnahme, dass das Schlossgespenst, die „Weiße Frau", die des Nachts ihr Unwesen trieb, nicht erwähnt wurde.

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