Es ist einer dieser Tage im Juli, an denen die Stadt einen regelrecht rauswirft. Die Luft steht, der Asphalt flimmert, und irgendwo klingelt noch die letzte Schulmeldung im Hinterkopf. Was jetzt zählt: Wasser. Möglichst viel davon, möglichst kalt, möglichst bald.
Das Gute daran: Nordrhein-Westfalen braucht dafür kein Meer und keinen Flug. Über 360 Seen liegen hier zwischen Eifel, Sauerland und Ruhrgebiet und einige davon sind so schön, dass man danach kurz vergisst, wo man eigentlich lebt. Wir möchten die Seen in NRW vorstellen, die sich wirklich lohnen.
Was die wenigsten wissen: Die meisten dieser Seen gibt es gar nicht von Natur aus. Viele entstanden durch Kiesabbau, durch Talsperren, die einst für die Wasserversorgung des Reviers gebaut wurden, oder als Auffangbecken nach dem Braunkohleabbau. Das Ruhrgebiet, das Sauerland, die Eifel — sie alle haben ihre eigene Seenlandschaft auf diese Weise bekommen. Aus Industriegeschichte wurde Urlaubsgefühl. Aus Kiesgruben wurden Sandstrände. Und aus einem der dichtbesiedelten Bundesländer Deutschlands wurde ein Ort, an dem man im Sommer die Füße ins Wasser hängen, ein Eis zu viel essen und für ein paar Stunden vergessen kann, dass man eigentlich nur 40 Minuten von der nächsten Großstadt entfernt liegt. Genau das macht die Badeseen in NRW so besonders. Sie tragen ihre Geschichte im Grund und ihr bestes Gesicht an der Oberfläche.
Silbersee II, Haltern am See — wenn NRW plötzlich nach Karibik aussieht
Wer zum ersten Mal am Silbersee II steht, hört meistens ein leises „Ach so“ von sich selbst. Weißer Sand, türkisblaues Wasser, Wald ringsum, das sieht nach mehr aus als nach Münsterland. Fast ein Kilometer Strand, klares Wasser, DLRG-Aufsicht, Gastronomie direkt am Ufer. Wer sicher gehen will, dass er einen Platz bekommt, bucht das Ticket vorher online. Das ist kein Geheimtipp mehr, aber einer der besten Seen in NRW, den Wasserverrückte im Sommer unbedingt kennen sollten.
Halterner Stausee — der Klassiker, der seinen Ruf verdient
Dieser See liegt ein wenig entfernt von dem Silbersee. Strandkörbe, Sandstrand, Urlaubsfeeling ohne Urlaubskosten. Der Halterner Stausee ist einer dieser Orte, an denen man morgens ankommt und abends nicht weiß, wo die Zeit geblieben ist. Mit dem langen Naturstrand, dem jährlichen Sunset Beach Festival und dem typischen Baggersee-Charme, den man irgendwie aus der Kindheit kennt. Mit einem leckeren Eisbecher auf der Seeterrasse und lachenden Kinder im Kletternetz trifft er einen Nerv, der bei vielen noch immer blank liegt.
Eintritt: ca. 5,50 € Erwachsene / 3,90 € Kinder.
Rursee, Eifel — der schönste See mit dem besten Drumherum
Wer einmal in Rurberg in den See springt, versteht, warum Menschen hier Urlaub machen und nicht nur einen Tagesausflug. Der Rursee liegt mitten im Nationalpark Eifel. Wildnis, Stille, Wasser, das wirklich kalt ist. Im Rurseezentrum Rurberg lässt sich bequem abschalten, das Naturerlebnisbad Einruhr ist ideal für Familien mit Kindern. Wer möchte, paddelt danach noch eine Runde mit dem Kanu oder dem Stand-up-Board auf dem Wasser.
Das hier ist kein Strandbad-Spaß — das ist echter Naturgenuss.
Sechs-Seen-Platte, Duisburg — Natur mitten im Revier
Dass man Duisburg nicht zuerst mit Traumstrand verbindet, ist verständlich. Und doch, die Sechs-Seen-Platte ist eines der schönsten Naherholungsgebiete im ganzen Ruhrgebiet. 283 Hektar, entstanden aus alten Kiesgruben, heute grün und weitläufig. Am Wolfssee ist das Baden offiziell erlaubt. Besucher erwartet ein 450 Meter langer Sandstrand, klares Wasser und schattenspendende Bäume im Hintergrund. Vom Aussichtsturm sieht man bei klarem Wetter bis rüber zum Düsseldorfer Fernsehturm. Das ist kein Urlaubsprospekt, das stimmt wirklich.
Otto-Maigler-See, Hürth — das fröhlichste Strandbad bei Köln
Hier sitzt niemand still. 500 Meter Sandstrand, Beachvolleyball, Cocktailbar, Beachpartys mit 90er-Jahre-Acts. Der Otto-Maigler-See ist laut, bunt und macht Spaß. Entstanden aus einem alten Tagebauloch, heute eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region. Wenn die Sonne scheint, ist er jedoch stets recht voll. Früh kommen lohnt sich also.
Eintritt: ab ca. 5 € Erwachsene.
Unterbacher See, Düsseldorf — zwei Strände für jeden Typ
Wer aus Düsseldorf will, aber nicht lange unterwegs sein möchte, fährt nach Erkrath. Der Unterbacher See hat zwei voneinander getrennte Strandbäder am Nord- und Südufer. Hier begeistern insgesamt rund 500 Meter feiner Sandstrand, Surfstation, FKK-Bereich, und genug Platz, dass man sich nicht auf den Füßen steht. Das Wasser ist bis zu 13 Meter tief, ideal also auch für die, die wirklich schwimmen und nicht nur planschen wollen.
Eintritt: ca. 4 € Erwachsene.
Lippesee, Paderborn — der Allrounder für die ganze Familie
Flache Uferzonen, gepflegter Sandstrand, klares Wasser und dann noch Tretboot, Beachvolleyball, Windsurfen und abends die Strandbar. Der Lippesee bei Paderborn ist einer dieser Seen, die irgendwie alles richtig machen. Kinder kommen auf ihre Kosten, Sportbegeisterte auch, und wer einfach nur in der Sonne liegen will, findet ebenfalls seinen Platz. Das „Salitos Beach“ am Lippesee hat eine eigene kleine Strandatmosphäre, die man so in NRW nicht überall findet.
Möhnesee, Sauerland — das große Wasser im Süden
Das „Westfälische Meer“ nennen sie ihn hier und das ist keine Übertreibung. Mit über 10 Quadratkilometern Wasserfläche ist der Möhnesee der größte Stausee im Ruhrverband, und das Strandbad „Uferlos“ in Wamel macht mit 1.500 Tonnen feinem weißen Sand klar, dass das hier kein gewöhnlicher Ausflug wird. Die Wasserqualität ist überall sehr gut und wundervolle Badestellen sind über den ganzen See verteilt. Kleine Buchten für die, die Ruhe suchen, große Strandbereiche für die, die Action wollen.
Xantener Nord- und Südsee — Geschichte trifft Sandstrand
Nirgendwo in NRW liegen Römerpark und Sandstrand so nah beieinander wie in Xanten. Die Südsee hat einen 1.000 Meter langen Strand mit Liegestühlen und Strohschirmen, eine eigene Flachwasserzone für Kinder und die Nordsee gegenüber bietet Segeln, Wasserski, SUP und Tauchen. Wer möchte, kombiniert das alles mit einem Spaziergang durch die mittelalterliche Altstadt. Ein Tag in Xanten geht selten spurlos vorbei und bleibt vor allem in schöner Erinnerung.
Wohin, wenn die Wahl schwer fällt?

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, was man sucht. Wer Karibik-Feeling will, fährt zum Silbersee II und wer echte Natur will, fährt zum Rursee. Wer mit Kindern kommt und einen unkomplizierten Tag braucht, liegt am Lippesee oder am Halterner Stausee richtig. Und wer einfach schnell aus der Stadt raus muss, der Unterbacher See oder die Sechs-Seen-Platte sind in unter einer Stunde erreichbar.
NRW hat für jeden Sommer-Typ den richtigen See. Man muss nur wissen, welcher das ist.
Hinweis: Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Badefreigaben können sich kurzfristig ändern. Aktuelle Wasserqualitätswerte gibt es beim Badegewässerportal NRW.
FAQ: Häufige Fragen zum Thema Seen in NRW
Zu den schönsten Seen in NRW zählen der Rursee, Möhnesee, Biggesee und Baldeneysee. Diese Gewässer bieten nicht nur beeindruckende Naturkulissen, sondern auch zahlreiche Freizeitmöglichkeiten wie Wandern, Radfahren und Wassersport. Besonders im Sommer ziehen sie viele Besucher an und vermitteln echtes Urlaubsfeeling.
Viele Seen in NRW sind offizielle Badeseen mit geprüfter Wasserqualität, darunter der Möhnesee, Rursee oder der Otto-Maigler-See. Insgesamt gibt es über 100 ausgewiesene Badegewässer mit meist guter bis ausgezeichneter Wasserqualität. Wichtig ist, nur an freigegebenen Badestellen zu schwimmen.
Die meisten Seen in NRW sind künstlich entstanden, etwa als Talsperren oder durch Tagebau. Natürliche Seen sind eher selten, dafür bieten die künstlichen Seen oft hervorragende Infrastruktur und Freizeitangebote. Gerade diese Vielfalt macht die Seenlandschaft in NRW besonders attraktiv.
Der größte See in Nordrhein-Westfalen ist der Möhnesee mit einer Fläche von über 10 Quadratkilometern. Ebenfalls sehr groß sind der Biggesee und die Rurtalsperre, die sogar das größte Wasservolumen besitzen. Diese Seen gehören zu den wichtigsten Naherholungsgebieten der Region.
In Nordrhein-Westfalen gibt es über 2.000 Seen unterschiedlichster Größe. Darunter befinden sich viele kleinere Gewässer, aber auch große Talsperren und bekannte Badeseen. Diese hohe Anzahl macht NRW zu einem überraschend wasserreichen Bundesland.
Seen wie der Kemnader See, Möhnesee oder Baldeneysee sind besonders familienfreundlich. Sie bieten flache Ufer, Spielmöglichkeiten und gut ausgebaute Wege für Spaziergänge oder Fahrradtouren. Zusätzlich gibt es oft Strandbereiche, Gastronomie und Freizeitangebote für Kinder.
Viele Seen in NRW sind ideale Ausflugsziele und bieten Aktivitäten wie Stand-up-Paddling, Segeln oder Radfahren. Besonders beliebt sind der Rursee, Biggesee und Baldeneysee mit ihren gut ausgebauten Rundwegen. Auch Wandern und Picknicken gehören zu den häufigsten Freizeitaktivitäten.
Die beste Zeit für einen Besuch ist zwischen Frühling und Sommer, wenn Temperaturen und Wetter ideal für Bade- und Outdoor-Aktivitäten sind. Aber auch im Herbst sind viele Seen aufgrund der bunten Natur sehr beliebt für Spaziergänge. Selbst im Winter bieten sie eine ruhige und entspannte Atmosphäre.
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